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08.09.2011 Elke Breitenbach

Integration ist keine Einbahnstraße

Elke Breitenbach

Wenn Witold Kaminski vom Polnischen Sozialrat deutlich wird, dann richtig. So geschehen auf einer Allparteienveranstaltung der polnischen Redaktion von Funkhaus Europa und des Polnischen Sozialrats

"Integration ist keine Einbahnstraße", pocht Witold Kaminski auf mehr Beteiligung und gleiche Rechte für Menschen mit Migrationshintergrund in Berlin - auch und gerade für die polnische Community. Das Partizipations- und Integrationsgesetz sei deshalb ein notwendiger und richtiger Ansatz, das rot-rot mit dem Integrationsbeirat gemeinsam durchgesetzt habe. "Wir sind Teil des Ganzen" betonte er. Und nicht nur unser Partizipations- und Integrationsgesetz findet Anklang beim Sozialrat. Auch der von mir vorgestellte Ansatz die vorhandenen Initiativen und Ressourcen zu bündeln, um effektive Beratungsstrukturen aufzubauen, stößt auf Zustimmung. Zielgruppe sind Menschen aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern, die im Rahmen der europäischen Freizügigkeitsregeln nach Berlin kommen, um zu arbeiten, hier zu leben und zu bleiben.

Erstaunlich bei dieser Allparteien-Diskussion waren die Auftritte der OppositionsvertreterInnen. Werden vor allem CDU- und FDP-Leute sonst nie müde zu betonen, wie dringend MigrantInnen deutsch lernen und sich den Gepflogenheiten der Mehrheitsgesellschaft unterordnen müssten, wollten sie jetzt die polnische community vorwiegend zum polnisch lernen verpflichten. Witold Kaminski hielt dem entgegen, dass es über 20.000 Menschen gebe, die zwischen Berlin und Polen pendeln und für die es in erster Linie wichtig sei, deutsch zu lernen, um hier ihre Rechte als EU-BürgerInnen und ArbeitnehmerInnen tatsächlich auch durchsetzen zu können. Verkehrte Welt im Wahlkampf?