Während am Gendarmenmarkt der offizielle Staatsakt für die Opfer der Nazi-Terrorbande NSU stattfand, hielten viele Menschen in der ganzen Stadt inne, um der Opfer zu gedenken. Auch die Linke im Berliner Abgeordnetenhaus beteiligte sich schweigend an der Gedenkminute.
Wir trauern um die Opfer rechtsextremer und rassistischer Morde und fühlen mit den Angehörigen. Es ist gut, dass sie endlich die Anerkennung bekommen, die sie verdienen, dass sie endlich als Angehörige von Opfern gelten, dass sie und ihre Angehörigen nicht länger unter Verdacht stehen, selbst schuld zu sein.
Dass die Nazi-Terrororganisation zehn Jahre lang unter den Augen der Sicherheitsbehörden morden und rauben konnte, ist ein Skandal ersten Ranges. Dass die Opfer und ihre Angehörigen genausolang unter Verdacht standen, selbst in Straftaten verwickelt gewesen zu sein, ist mindestens genauso ein Skandal. Das zeigt, wie tief rassistische Denkstrukturen auch in den staatlichen Institutionen verankert sind. Deshalb brauchen wir die gründliche Aufklärung aller rassistischen Morde und Anschläge, und wir brauchen einen verbindlichen Aktionsplan gegen Rassismus bundesweit, an dem sich alle Behörden und Institutionen beteiligen müssen.