Der medizinische Fortschritt, die Veränderungen in der Arbeitswelt und ein verändertes Gesundheits- und Ernährungsbewusstsein lassen die Menschen in unserer Gesellschaft immer älter werden. Immer mehr Seniorinnen und Senioren nutzen ihre Zeit nach der Erwerbsarbeit für sich, für die Familie und Freunde, für ehrenamtliches und/oder politisches Engagement, für Sport, Kultur, Reisen und vieles mehr. Doch für ein erfülltes gesundes Alter braucht es Grundvoraussetzungen für alle. Dabei muss auch die materielle Basis – die Rente - stimmen.
DIE LINKE streitet auf Bundesebene für armutsfeste Mindestrenten und eine Rentenformel, die den Lebensstandard auch im Ruhestand sichert. Gegenwärtig verhindern dies unstete Erwerbsverläufe z.B. durch Arbeitslosigkeit oder Familienarbeit. Davon waren und sind viele Frauen betroffen, doch in den zukünftigen Rentengenerationen wird es auch Männer betreffen. Die Schere zwischen Ost und West wird sich ebenfalls vergrößern. Deshalb setzen wir uns auch mit Hilfe von Bundesratsinitiativen dafür ein, dass es endlich zu einer Rentenangleichung Ost und West kommt.
DIE LINKE streitet für eine demokratische Kultur der Teilhabe, der Gleichberechtigung aller Berlinerinnen und Berliner – unabhängig von Herkunft, Weltanschauung, Alter, Gesundheitszustand oder sexueller Orientierung. Das Bild von Seniorinnen und Senioren als »altes Eisen«, die nur noch versorgt und aufbewahrt werden, passt nicht zu unserem Menschenbild. Menschen in höherem Alter haben Wissen, Erfahrungen, Kreativität und Können, die für die Gesellschaft von unschätzbarem Wert sind. Nicht einfach unter dem Aspekt ökonomischer Verwertbarkeit, sondern als Vermittlung von Wissen und Erfahrungen im Sinne eines solidarischen Miteinanders und einer solidarischen Stadtgesellschaft in Berlin.
Wir haben als erstes Bundesland ein SeniorInnenmitwirkungs-Gesetz beschlossen. Das wollen wir nach ersten Erfahrungen nun weiter entwickeln, um die Beteiligung älterer Berlinerinnen und Berliner an der Gestaltung ihrer Stadt auszuweiten, um mehr Seniorinnen und Senioren mit Migrationshintergrund für die Arbeit zu gewinnen und die Beteiligung bei Wahlen zu den Senioren-Vertretungen zu erhöhen.
Viele Menschen sind auf Unterstützung und Pflege angewiesen, sei es in der Familie, bei Freundinnen und Freunden oder in professionellen Einrichtungen.
Wir haben mit dem Wohnteilhabe-Gesetz jetzt eines der modernsten Gesetze für Menschen geschaffen, die in Heimen oder betreuten Wohngemeinschaften leben. Dabei geht es nicht nur um eine fachgerechte Betreuung und Pflege. Es geht immer auch darum, die demokratischen, kulturellen und sozialen Teilhaberechte und -möglichkeiten der Menschen zu stärken und ihnen so lange es irgend geht ein eigenständiges und selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen. Selbstbestimmung bis zum Lebensende heißt auch, dass Menschen in Würde und ohne Schmerzen sterben können. Wir unterstützen den Erhalt und Ausbau der palliativ-medizinischen Versorgung, die Arbeit der Berliner Hospize. Mit der Pflegeversicherungsreform ist die Einrichtung von Pflegestützpunkten verbunden, die Menschen Beratung und Unterstützung für sich selbst und Angehörige anbieten. Auch hier waren wir in Berlin der Zeit voraus und hatten bereits vor Inkrafttreten zwölf »Koordinierungsstellen rund ums Alter« eingerichtet. Auf dieser Basis werden wir in Kooperation mit Krankenkassen und Wohlfahrtsverbänden bis Ende 2011 weitere möglichst wohnortnahe Pflegestützpunkte mit unabhängigen Beratungsangeboten für alle betroffenen Berlinerinnen und Berliner aufbauen.
Berliner Seniorinnen und Senioren kommen aus vielen Ländern dieser Welt. Sie haben unterschiedliche Vorstellungen von Leben im Alter, von Familienzusammenhalt, Krankheit, Gesundheit, auch von Sterben und Tod. Die interkulturelle Öffnung der Senioren-, Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen ist deshalb von hoher Bedeutung.
DIE LINKE setzt sich dafür ein, dass die Vergabe von Fördermitteln für Einrichtungen künftig auch daran gemessen wird, ob sie kultursensibel eingesetzt werden.
Wir streiten dafür, dass unterschiedliche Lebensweisen und sexuelle Orientierungen auch im Alter volle Anerkennung finden. Betreute Wohngemeinschaften, Sanatorien, Heime müssen für gleichgeschlechtliche und intersexuelle Lebensweisen offen sein. Auch immer mehr schwerbehinderte Menschen wollen selbstbestimmt im eigenen Wohnraum leben.
DIE LINKE unterstützt deshalb das persönliche Budget und die persönliche Assistenz, um ein selbstbestimmtes Leben in voller Teilhabe auch außerhalb von Heimen zu ermöglichen. Langfristig muss ein bundesweites Nachteilsausgleichgesetz geschaffen werden, welches das persönliche Budget ersetzt und vom Bund finanziert wird. Dadurch können Länder und Kommunen über rund 10,5 Milliarden Euro (Berlin zwischen 300-400 Millionen Euro) mehr verfügen.
02.02.2012
Viele waren gekommen, als Igor Chalmiev seinen Film über die Tagung "Jetzt reden wir" im Kompetenzzentrum interkulturelle Altenhilfe (kom.zen) vorstellte. Mehr